Tom Cruise erfüllt seinen Part um die Jahrtausendwende als „Sonderbotschafter“ von Scientology perfekt, was ein an den stellvertretenden US-Außenminister Richard Lee Armitage zeigte:

„Sehr geehrter Mr. Armitage, zunächst möchte ich Ihnen für den jährlichen Bericht des Außenministeriums über Menschenrechte und Religionsfreiheit danken, der unentbehrlich ist, um auf die Menschenrechtsverletzungen auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen. Wie mir Helen Davis von Ihrem Büro mitteilte, lassen sich unsere Zeitpläne während meines Aufenthalts in Washington Mitte Juni leider nicht miteinander vereinbaren. Angesichts der Weltlage und besonders, da der Präsident und Außenminister Powell sich im Ausland befinden, sind mir die außerordentlichen Schwierigkeiten bewusst, die für Ihre Zeit und Termine bestehen.

Wie Sie vielleicht wissen, befasse ich mich seit einiger Zeit mit Menschenrechten und der Religionsfreiheit in Europa. Angehörige meiner Kirche, darunter amerikanische Künstler, werden weiterhin diskriminiert, besonders in Deutschland, Frankreich und Belgien. Ich habe es auf mich genommen, mich über diese Dinge zu informieren und mich im Hinblick auf die Geschehnisse auf dem Laufenden zu halten. Daher begrüße ich Ihre Empfehlung für ein Zusammentreffen mit Botschafter Handford sehr und ich bin mir auch sicher, dass ein Gespräch mit ihm hilfreich sein würde. Offen gesagt, bin ich aber in erster Linie an einem Gespräch mit Ihnen interessiert.

Ihre Tätigkeit in der Vergangenheit und Ihre Aufgaben als Stellvertretender Außenminister sind mir bekannt und ich bin sicher, dass ich Ihnen ohne großen Zeitaufwand mitteilen kann, was ich auf dem Herzen habe.

Ich meine, dass wir etwas erreichen könnten, wenn wir in dieser Sache zusammen arbeiteten.

Sie müssen von Ihren Botschaftern erfahren haben, dass ich den US-Botschaften in Deutschland, Frankreich und Spa­nien im letzten Jahr eine Reihe von Besuchen abgestattet und mit jedem Botschafter über die Probleme der religi­ösen Intoleranz in diesen Ländern gesprochen habe. Für die Unterstützung, die ich durch den Botschafter Argyros sagen zu können, dass die mit ihm erörterte Situation inzwiin Madrid erhielt, bin ich sehr dankbar und ich freue mich ­schen vollständig geklärt wurde. Botschafter Coats und seine Mitarbeiter haben mich ebenfalls wieder sehr unterstützt, und ich bin den Bemühungen des US-Botschaftspersonals in Paris dankbar.

Die Situation in diesen Ländern beobachte ich in der Tat ge­nau und im Lauf des letzten Monats habe ich von Versuchen erfahren, die Auftritte zweier amerikanischer Künstler allein deshalb zu sabotieren, weil sie Angehörige der Church of Scientology sind. Gerne würde ich Ihnen über diese Situation im Einzelnen berichten – Vorfälle wie in Deutschland und Frankreich werden seit einem Jahrzehnt in den Berichten des Außenministeriums über die Menschenrechte aufgezeichnet.

Scientology ist in den Vereinigten Staaten als gänzlich Steuer ­befreite, offizielle Religion anerkannt. Doch diese Aktionen deutscher Behördenmitarbeiter sind leider repräsentativ für die Intoleranz, der sich Angehörige meiner Religion und anderer Minderheitsreligionen in Deutschland gegenüber sehen. Religionsfreiheit ist für mich – wie für jeden wahren Amerikaner – sehr wichtig. …

Schließlich muss ich im Januar nach Europa reisen, um für meinen nächsten Film zu werben, und ich beabsichtige, erneut mit unseren Botschaftern in Frankreich, Deutschland und eventuell Belgien zusammenzutreffen.

Ich will mit ihnen gemeinsam Druck auf diese Nationen aus­üben, damit diese Angelegenheiten durch einen intensiven Dialog und verstärktes Handeln gelöst werden.

Allerdings ist diese Situation – trotz der Umstände meiner Europabesuche – für mich keinesfalls eine Publicity-Aktion. Es ist eine Angelegenheit, die wichtig ist und mich auch persönlich betrifft. Deshalb bemühe ich mich um die Unter­stützung meiner Regierung in der Hoffnung, eine Lösung für eine Lage zu finden, die zu einer betrüblichen und unnötigen Menschenrechtssituation geworden ist. …

Hochachtungsvoll, Tom Cruise.“

Cruise bekam dementsprechend im Jahr 2004 die Medal of Valor verliehen, ein Tapferkeitsmedaille von Scientology …

Blog 23 Cruise 1

Blog 23 Cruise 2

Aus einem geleakten Video ein Ausschnitt der Ansprache von Cruise, anlässlich der Verleihung der Medal of Valor

Transkript/Übersetzung der Rede: „Es ist mir eine Ehre, heute unter Ihnen zu sein.

[An David Miscavige gewandt] Danke, Sir. Danke für die Zuversicht und das Vertrauen in mich. Ich hatte persönlich das Privileg, dabei zuzusehen, was sie tun, um uns alle zu schützen, uns zu helfen und zu dienen. Ich kenne, abgesehen davon, was ich von L. Ron Hubbard erlebt hatte, niemand, der kompetenter, intelligenter, toleranterer und mitfühlender als sie ist.

Ich habe mich mit den Spitzenleuten der Spitzenleute getroffen. Ich habe mich mit ihnen allen getroffen. Daher sage ich zu ihnen, Sir: Wir schätzen uns glücklich, dass wir sie haben. Danke.

[zu L. Ron Hubbard:] Sir, ich verstehe das als Halbbestätigung. Ich werde weitermachen.

Dies sind entscheidende Zeiten, Leute. An diese Zeiten werden wir uns alle erinnern.

Waren Sie dabei? Was haben Sie getan?

Ich denke, Sie wissen, dass ich für Sie hier bin und dass Sie mir sehr, sehr am Herzen liegen.

Was meinen Sie, säubern wir diesen Ort?

Gut, denn wir zählen auf Sie.“