In einem „Richtlinienbrief“ von L. Ron Hubbard legte dieser 1969 die Ziele von Scientology fest – 1987 bestätigte David Miscavi­ge die uneingeschränkte Gültigkeit dieser Schrift, die heute noch ihre Anwendung findet..

Sie trägt den Titel Verteidigung der Ziele, ist als vertraulich klas­sifiziert und nur dem oberen Scientology-Management und dem Office of Special Affairs, dem scientologischen Geheim­dienst, bekannt.

Dank WikiLeaks ist diese geheime Schrift nicht mehr geheim und es ist für jedermann sonnenklar, worauf Scientology wirklich hinaus möchte und wie die Scientologen denken …

Übersetzung: „Es ist naheliegend, dass Scientology eine Verteidigungslinie beachten muss. Nach 19 Jahren fortwährender Angriffe ist es offensichtlich so, dass Dianetik und Scientology die Pläne einer älteren Gruppierung durchkreuzt haben, die etwas anderes vorhatte.

Um herauszufinden, was die anderen beabsichtigten, muss man nur das Gegenteil dessen nehmen, was Dianetik und Scientology anstreben. …

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Verteidigung nur wirksam ist, wenn man gelegentliche Entlastungsangriffe lanciert oder gleich angreift.

Als wir nicht viel Zeit, Energie und Mitteln für die Ausschal­tung unserer wirklichen Feinde verwendet haben, sind wir an den Rand der Niederlage geraten.

Das sind die Fehler, die wir begangen haben:

  1. Nur verteidigt.
  2. Ausschließlich auf unserem „Grund und Boden“ verteidigt.
  3. Nachgiebig agiert und den Feind gemäßigte Motive zugeschrieben.
  4. Wir haben es versäumt, frühzeitig und nachdrücklich anzu­greifen.
  5. Den breitgefächerten gesellschaftlichen Wert von Scientology nicht gesehen.
  6. Wir haben uns von anderen, ähnlichen Organisationen abgesondert.
  7. Nichts von der feindlichen Taktik gelernt, sie nicht verwendet und verbessert.
  8. Wir haben keinen intensiven Kampf um die öffentliche Meinung und die öffentlichen Medien geführt.
  9. Wir haben den Feind nicht rechtzeitig erkannt und rechtzeitig hart gegen ihn zugeschlagen.

A. Unsere beste Verteidigung ist, dass wir aufrich­tig und wirkungsvoll auftreten bzw. keine Verbrechen begehen.

B. Unsere nächstbeste Verteidigungstaktik war, dass die Öf­fentlichkeit wusste, dass wir eine Kirche sind.

C. Die nächstbeste bestand darin, dass wir schnell und fähig waren, während wir schnelle Kommunikationsverbindungen nutzten.

Wir dürfen die Fehler 1 – 9 nicht wiederholen. Wir müssen A, B und C verstärken.

Die vorrangigen Ziele, für die wir den größten Teil unserer Zeit aufwenden müssen, sind:

Ziel 1: Den Feind bis zum Punkt der völligen Auslöschung der Popularität berauben.

Ziel 2: Kontrollübernahme oder Ergebenheit der Leiter oder der Eigentümer aller Nachrichtenmedien.

Ziel 3: Kontrollübernahme oder Ergebenheit wichtiger politi­scher Persönlichkeiten.

Ziel 4: Kontrollübernahme oder Ergebenheit derjenigen, welche die internationalen Finanzen überwachen. …

Ziel 5: Ein Neubeleben der Gesellschaft, in der wir operieren.

Ziel 6: Erreichen einer überwältigenden öffentlichen Unter­stützung.

Ziel 7: Das Nutzen ähnlicher Gruppierungen als Verbün­dete.

Diese Ziele sind natürlich Langzeitziele. Aber es ist das, was getan werden muss, um derart das Überleben unserer Orga­nisation auf lange Sicht sicherzustellen. Der einzige Grund, warum wir derart agieren, besteht darin, dass Scientology das einzige Spiel ist, bei dem jeder gewinnt.

Die Namen und Verbindungen des gegenwärtigen Feindes, der uns verbittert entgegentritt sind:

  1. Psychiatrie und Psychologie (nicht Medizin).
  2. Die Leiter der Nachrichtenmedien, die auch Direktoren psychiatrischer Tarngruppen sind.
  3. Einige politische Schlüsselfiguren auf den Gebieten ‚psychi­scher Gesundheit‘ und Ausbildung.
  4. Ein Rückgang der Währungsstabilität, die durch das ge­genwärtige Agieren jener Banker entstehen, die gleichzeitig Direktoren psychiatrischer Tarngruppen sind, was uns funkti­onsunfähig machen würde.
  5. Der Kalte Krieg wird auf eigenem Terrain ausgefochten und hat das offensichtliche Ziel, die westliche Gesellschaft zu er­niedrigen, und zwar bis zu dem Punkt, an dem es uns schwer fällt zu funktionieren; eine erniedrigte Gesellschaft kann von einem Feind leicht verschluckt werden.
  6. Die Öffentlichkeit ist uns bereits bis zu einem bestimmten Grad gewogen, doch in einer Demokratie laufen Prozesse über die öffentliche Meinung. Um auf ganzer Linie zu ge­winnen, muss uns ein überwiegender Teil der Öffentlichkeit lieben – und den Feind hassen.
  7. Es gibt viele Gruppierungen, die Ähnliches anstreben. Sie brauchen Organisation und Zusammenschluss.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wären die Ziele 1 bis 7 eine sehr große Herausforderung. Aber wir müssen irgendwo beginnen. Und wir sollten damit anfangen, im Hin­blick auf die Ziele 1 bis 7 zu agieren.

Fast alles, was wir bereits unternehmen, geht in die Richtung der Ziele 1 bis 7.

Wir haben den Vorteil einer neuen und vitalen Technologie und das Monopol darauf. Neue Technologien bestimmen den Fortschritt.

Wir haben keinen utopischen Traum und keine geplante Ge­sellschaftsform. Wir versuchen zu überleben. Unsere Theorie lautet: Individuen, die ehrlicher sind und weniger von Sorgen gequält werden, sind in der Lage eine bessere Gesellschaft aufzubauen.

Faktum ist, dass wir uns gerne und in Ruhe um unsere eigenen Geschäfte gekümmert hätten. Doch diese unwahr­scheinlichen und kontinuierlichen Attacken haben uns dazu gebracht, mehr und mehr eine Technologie der Verteidigung zu entwickeln.

Wir verfügen jetzt über eine Menge an Erfahrung. Wir wur­den verletzt, wir wurden zurückgehalten. Es hat uns Millio­nenbeträge gekostet. Manche Gesellschaftsschichten haben uns im Stich gelassen. Daher sind wir auf uns selbst gestellt. Das ist offensichtlich. Aus unserer Sicht liegt der Westen fak­tisch danieder und ist nahezu hilflos, und der Rest der Welt ist ein riesiges Sklavenlager. Wenn wir nichts dagegen unterneh­men, sind wir und alle anderen verloren. Also können wir es genauso gut einmal versuchen.

Wenn wir alle Gruppierungen zu einem Zusammenspiel vereinigen, die vorhandenen Kräfte nutzen und kanalisieren, haben wir eine sehr große Chance zu siegen.

Nach allen uns zur Verfügung stehenden Daten und der dar­aus resultierenden Erfahrung muss man Ziel 1 bis 7 umset­zen.

Damit bieten wir weniger Angriffsfläche. Alles was wir an Schutzaktionen durchführen, die sich unter Ziel 1 bis 7 sum­mieren lassen, ist hilfreich. Die anderen Dinge sind eher nur Zeitverlust.

Wenn wir, indem wir unsere Arbeit machen, nichts Falsches tun, keine Gesetze brechen und trotzdem Schwierigkeiten haben, was ist dann mit dem Rest der Welt? Wir sind nicht die einzigen im heißen Wasser. Tatsächlich sind wir wahr­scheinlich in einer besseren Verfassung als viele, viele andere Gruppen und ganz sicher in einem besseren Zustand als andere Individuen.

Wir können und müssen die Führung übernehmen.

Und wir müssen selbst viele Führer hervorbringen.

Gleichzeitig müssen wir damit beginnen, alles was wir an Verteidigungsaktionen durchführen, in Richtung der Ziele 1 bis 7 zu lenken.“